Bewegt: aus Bildern werden Videos

Ok, erwischt.
Die beiden Videos sind schon etwas reifer im Jahrgang.
Aber wenn sich kreative Köpfe bemüßigt fühlen, aus meiner Arbeit an der Kamera bewegte Bilder zu machen, dann ist das schon eine Portion Aufmerksamkeit wert.

STOPMOTION Video für und von Telemark Dilemma

Wenn Dich eine Band für ihren ersten Release als Cover-Fotograf auswählt, dann darf man sich mit Fug und Recht sehr geehrt fühlen. Das ist schon eine ganz besondere Sache, denn schließlich ziert das Bild nicht nur die Schallplatte, sondern findet sich auf Plakaten, im Internet und sogar gedruckt auf Jute-Taschen wieder. Immer wieder stolpere ich darüber. Es war für mich daher was Besonderes, eine ganze Band im Studio empfangen zu dürfen.

Für das Shooting hatte ich geplant, die Band ungeschminkt nach der Arbeit ins Studio zu laden und sie so zu fotografieren, wie sie sind: Müde, angestrengt und trotzdem gut gelaunt.

Einzige Vorgabe: weiße und schwarze Garderobe.
Die Idee: Die Band als Mensch in den Mittelpunkt zu rücken.
Weiße Kleidung vor weißem Hintergrund, schwarze Kleidung… genau! Das Rohmaterial war dann dazu gedacht, dass ein Grafiker es gekonnt weiterverarbeiten kann.

Es entwickelte sich ein legendäres Shooting. Man munkelt, dass Bier im Spiel war und eine Ukulele, die für ein kleines Privatkonzert für den Fotografen gedacht war. Nach rund 4 Stunden waren dann gut 500 Bilder im Kasten, die dann auf der Kamera durchgescrollt wurden. Und das war sowas wie eine Aha-Moment: das kommt nicht nur aufs Cover, das ist auch Material für ein Stop-Motion-Video. Ich genieße es, wenn der Zufall Regie führt und ein völlig unerwartetes Produkt entsteht, in das alle Beteiligten ein bisschen verliebt sind.

Patrick Kloepfer, Gitarist und Grafiker der Band, hat aus dem Rohmaterial nicht nur ein geniales Cover kreiert, sondern auch folgendes Video in Form gegossen:

Making of by Wilhelm Müller

Vermutung: Wenn man dem Herrn Sabransky nächtens auf der Straße begegnet, könnte der erste Impuls ein „Hui“ sein, gefolgt vom Drang, die Seite zu wechseln. Tätowiert von oben bis unten und beim besten Willen kein „Zniachtal“. Aber es reicht ein schneller und verstohlener Blick hinter die Fassade um sofort zu erkennen, dass da ein herzensguter und lebenslustiger Mensch dahintersteckt.

Das Shooting mit Alex war mit Abstand eines der verrücktesten, die ich jemals machen durfte. Das Thema Organ Dealer passte wie angegossen und mit fast schon kindlicher Freude wurde im Vorfeld geklärt, welche Requisiten wir verwenden wollen. Wilhelm Müller, einer der besten Piercer in der Stadt und professioneller Hobbyfilmer, und seine Freundin Yassi, rückten nicht nur säckeweise mit Utensilien an, sondern natürlich auch mit Kamera.

Alex war ein Wirbelwind im Setting. Meine sorgsam geplante Lichtführung, die ich je nach Szene ändern wollte, konnte ich getrost vergessen. Vielmehr darf ich mich glücklich schätzen, dass es mir halbwegs gelang, mit seinem Tempo und seinen grandiosen Ideen Schritt zu halten. Ein Feuerwerk folgte dem nächsten, wir kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus und Willi hielt seine Videokamera drauf. So kam es, dass ein ganz fantastischer Abend nicht nur mit tollen Bildern endete, sondern auch ein Making-Of-Video gebar.

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